Freitag, 6. November 2009

Das war der 10. Ideen-Salon: Change City

Am 14.10.2009 war der Ideen-Salon zum Thema “Change City” gefüllt. Auch nach kurzfristiger Absage einiger avisierter Teilnehmer gelang eine anregende Diskussion um Stella Loewenbergs Idee einer Stadt der Zukunft.

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Anders als bisher wollen wir dieses Mal jedoch nicht unseren Eindruck vom Ideen-Salon wiedergeben, sondern Stella selbst zu Wort kommen lassen. Sie war Ideen-Inhaberin und sollte Nutzen aus dem Abend für ihre Idee ziehen. Ist das gelungen? Hat sich die Präsentation für sie gelohnt? Hier ist Stellas Sicht:

Die Idee einer “Change City” im Ideen-Salon vorgestellt - und jetzt?

“Die Ausgangsfrage, die mich im Vorfeld beschäftigte war: Kann ich die umfassende Idee einer sich stetig wandelnden Stadt überhaupt im Format Ideen-Salon vorstellen, insbesondere, wo es genau darum geht: Wie kann ich „Change City“ präsentieren?

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Nach allen Überlegungen, allem Für & Wider, entschied ich mich für die „nackte“ - also verbale Vorstellung und nutzte die zur Verfügung stehende Zeit, um die Idee möglichst fassbar zu machen. Gefühlt habe ich darin ca. 1% des Projektes umrissen.

Es war mir klar, daß dieses Thema polarisiert und grundsätzliche Fragen aufwirft. In diesem Spannungsfeld war das Feedback im Anschluss wertvoll: Es wurden Aspekte ins Licht gestellt, die es verdienen, noch einmal oder überhaupt beleuchtet zu werden.

Über die lange Tafel empfand ich den direkten Dialog seltsam distanziert - andererseits hatte das etwas disziplinierendes. [Nach der eröffnenden Präsentation durch Stella haben wir eine Speisetafel aufgebaut, um den Teilnehmern Gelegenheit zu geben, nicht nur ihren Wissenshunger zu stilen.]

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Mit großer Ruhe und Bedachtheit wurden Meinungen geäußert, die ich in ihrer Qualität und Vielfalt sehr schätze. Engagiert - auch durchaus emotional - wurde in den Raum gegeben, was an Gedanken, an Resonanz entstanden ist; das bleibt nicht nur intellektuell hängen sondern wirkt in die Tiefe und ist wertvoll.

Natürlich entsteht und bleibt bei mir der Wunsch, die Idee weiter zu diskutieren, Menschen zu finden, die als Sparringspartner agieren - auch den Prozess über einen längeren Zeitraum verfolgen oder begleiten.

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Mit „vollen Taschen“ bin ich aus dem Abend heimgekehrt an den „einsamen“ Schreibtisch, wo sich Berge von Material auftürmen. Was ich suche, ist die Auseinandersetzung. Wo also stehe ich nach dem Ideen-Salon?

Für mich ist nicht nur wichtig, wie die Idee vom Inhalt her aufgenommen wird; wesentlich ist auch, wie die Idee und eben auch die Art der Präsentation auf Menschen wirkt. Dafür habe ich sehr viel Anregung bekommen, die mir weiter hilft. Ich verstehe mich als Visionärin - wie wichtig es ist, die eigene Rolle wirklich bewußt zu definieren, wie das auf die Darstellung und Umsetzung der Idee einwirkt - auch das wurde noch einmal sehr klar.

Neue Fragen sind entstanden: Wie kann der Spagat zwischen der eigenen Vorstellung und der Integration Anderer, die sich einbringen möchten mit ihren eigenen kreativen Welten, gelingen? Wie kann der Spagat zwischen Sich-selbst-treu-bleiben und Anderen-Gestaltungsraum-geben gelingen? Muß er überhaupt gelingen? Oder schleife ich allein einen Kristall und werfe ihn dann auf irgendeinen Büchertisch? Wie also weiter? Wo weiter?

Ich dachte, ich müßte mich mit der Präsentation des Projektes als nächstes befassen. Jetzt sieht es eher so aus, als ginge es um mich, meine Rolle, die ich einnehmen will oder eingenommen habe. - Wie wichtig ist es, wie und wo andere mich sehen? - Oder spielt vor allem eine Rolle, was ich zum Ausdruck bringen will?

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Alle weiterführenden Vorschläge treffen auf Resonanz, bestätigen mögliche Wege: ein Buch schreiben, ein Spiel entwickeln, eine Website gestalten – das sind die wesentlichen Vorschläge; alles ist im Anfangsstadium vorhanden und kann fortgeführt werden; ein Prozess.

Sehe ich mich als Beraterin von Stadtentwicklern und Kommunen, als Vernetzerin anderer Visionäre und Projekte? Nein, Freunde, ich denke doch, ich will raus aus der Kammer, weg vom Schreibtisch, vom Tastenklappern am PC. Ich will mit Gummistiefeln über die Baustelle gehen - und wenn ich hundertzwanzig Jahre alt werden muß, bis ich das erlebe - aber ich werde es erleben. Und auf dem Weg dahin, werde ich ein Buch schreiben, ein Spiel entwickeln, eine Website gestalten, und vor allem eines tun: weiter mit Menschen reden und nicht müde werden. Denn auch wenn das mögliche zu erreichende Ziel sehr weit weg ist: die Vision ist der Flecken im ALL (in dem VIELen), auf den ich mich ausrichte - und vielleicht ändert das schon einiges: nämlich die vielen kleinen Schritte, die ich jeden Tag gehe, um dem Ziel näher zu kommen. Das Beste aber ist, es bringt mich immer wieder in Kontakt mit einer Kraft, die ich sonst nirgends in diesem Maße finde - Schöpferkraft. „Bin ich Gott? - Ja. Wie jeder.“

Der Ideen-Salon hat mir viele Fragen geschenkt, auf die ich die Antworten erst noch finde. Aber vor allem gehe ich gestärkt und innerlich sicher über meine Vision meinen Weg weiter.

Danke an alle, die sich ZeitRaum genommen und Aufmerksamkeit & Ideen geschenkt haben!

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PS: Inzwischen konnte ich einen Teil des Feedbacks umsetzen: am 27.10.09 bei nextHamburg Session No.2 091025_ iS / Change City / brain dump arbeitete ich mit an der Idee, den Tele-Michel (Heinrich-Hertz-Turm) wieder zu beleben - die Idee lag zu Beginn der Session auf dem 12. Platz. Bei der Auswertung der Arbeitsgruppe nach Voting lag sie auf Platz 2.

Ich habe niemanden beraten, aber ich habe eine Plattform vorgefunden, wo ich meine Kompetenz und meine Kreativität zum Thema Stadtentwicklung / Stadtveränderung direkt hier für Hamburg einbringen konnte. „Du veränderst Deine Stadt!“ - schaut mal rein in den YouTube-Kanal von nextHamburg und das Flickr-Album der nextHamburg Session.”

Nach dem Ideen-Salon

Vielen Dank, Stella, für dein positives Resümee des Ideen-Salons. Dir hat er etwas gebracht – und die Teilnehmer fanden sich auch bereichert, wie die Feedbackauswertung ergeben hat. Viel Erfolg für deine weitere Arbeit an der “Change City”.

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Nach dem Ideen-Salon ist natürlich vor dem Ideen-Salon. Der nächste ist grob für Januar/Februar 2010 geplant. Die Einladung erfolgt wieder per Email.

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