Montag, 12. November 2007

5. Hamburger Ideen-Salon - HPPsych Portal

Nach längerer Sommer- und Herbstpause hat er nun doch noch in diesem Jahr stattgefunden: der 5. Hamburger Ideen-Salon. Zwischendurch war er schon geplant gewesen - aber dann hatte sich die damalige Ideen-Inhaberin leider zurückgezogen. Schade. Dafür ging es am 8.11.2007 aber richtig zur Sache.

Angelika Gaul - Ideen-Salon-Teilnehmerin der ersten Stunde - und Volker Onderka präsentierten ihre Idee eines Internetportals für psychotherapeutische Heilpraktiker wieder in der Küchenwerkstatt am Mühlenkamp - dieses Mal allerdings mit unserer brandneuen Profileinwand.

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So konnten auch die Teilnehmer "in der letzten Reihe" mühelos der Powerpoint-gestützten Präsentation folgen. Das war auch nötig, da in der Einladung noch etwas geheimnisvoll als "Gesundheitsportal" umschriebene Thema eine schöne Zahl von Teilnehmer angelockt hatte.

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Allerdings weist das jedoch schon auf eine gewisse Schwierigkeit des Themas hin, mit der die Ideen-Inhaber zu kämpfen hatten: "Gesundheitsportal" hatte durch recht konkrete Assoziationen bei den Teilnehmern geweckt, die sich dann nicht mit der Idee deckten. Anders als erwartet ging es nicht um allgemeine oder körperliche Gesundheit, sondern um die psychische. Und dann auch noch die psychische Gesundheit betrachtet durch die Brille der so genannten "psychotherapeutischen Heilpraktiker" (kurz: HPPsych).

Die HPPsych stellen eine Untergruppe der allgemein bekannten Heilpraktiker dar, die qua Prüfung vor dem Gesundheitsamt eine "eingeschränkte Heilerlaubnis" für psychische Störungen erwerben. (Die haben zwar auch die "normalen" Heilpraktiker, üben sie jedoch selten aus.) Mit den HPPsych bietet die Bundesregierung dadurch seit knapp 10 Jahren den vielen Menschen, die beratend und auch heilend nur im weiten Feld der psychisch-seelischen "Befindlichkeiten" tätig sind bzw. sein wollen, einen einfacheren Weg, um ihre Dienste in einem gesetzlich abgesteckten Raum zu offerieren. Die HPPsych haben damit einen offizielleren Status als die vielen Coaches und Heiler im Lande. Sie sind den Psychiatern (Ärzte) und psychologischen Psychotherapeuten (Diplompsychologen) näher - müssen jedoch ab einer gewissen Schwere psychopathologischer Störungen an sie verweisen.

Angelikas und Volkers Idee bestand nun darin, für diese psychotherapeutische Berufsgruppe ein Internetportal zu schaffen, das sich sowohl an sie wie auch an ihre potenziellen Patienten wendet. Interessenten an einer HPPsych-Ausbildung, Teilnehmer an solcher Ausbildung, Absolventen und HPPsych in einer Therapieausbildung (die nicht Teil der üblichen HPPsych-Trainings ist) sollten sich hier genauso in Informations- und Interaktionsangeboten wiederfinden wie Betroffene auf der Suche nach einem HPPsych-Therapeuten.

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Wie dann jedoch die mehr als zweistündige intensive Diskussion ergab, war dieser Anspruch der Ideen-Inhaber etwas weit gesteckt. Die Teilnehmer äußerten deutliche Kritik an einer so breiten Zielgruppendefinition. Zudem war ihnen nicht klar, inwiefern es Hilfesuchenden nützen könnte, speziell nach HPPsych statt allgemein nach Psychotherapeuten zu suchen.

Zwar konnten Angelika und Volker durchaus klar machen, dass HPPsych gerade als "Spätberufene", die nicht direkt nach einem Studium therapeutisch tätig werden, sondern meist erst durch ihre Lebenserfahrung und vor verschiedensten Hintergründen den Schritt in den Heilberuf wagen, Patienten mehr geben können, als Psychiater und psychologische Psychotherapeuten. Dennoch rieten die Teilnehmer zu einer anderen Positionierung des Internetportals bzw. zu einer Aufteilung in verschiedene Angebote.

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Und so füllten sich die Blätter am Flipchart mit einer großen Zahl von Kritikpunkten bzw. guter Ideen der Teilnehmer. Für Angelika und Volker wertvolles Feedback, das sie als Anlass nehmen, ihre Idee nocheinmal gründlich zu überdenken. Aber sie nehmen dieses Ergebnis leicht, denn damit hat der Ideen-Salon wieder einmal seine Aufgabe erfüllt: Er hat Ideen-Inhabern ehrliches und neutrales Feedback in einem frühen Stadium gegeben, dass sie in kleinerem, vertrauten Kreis oder von einem potenziellen Geldgeber so nicht bekommen hätten.

Der 5. Hamburger Ideen-Salon war insofern wieder ein Erfolg für Ideen-Inhaber und Teilnehmer. Die einen haben wertvollen Input bekommen, die anderen eine anregende Atmosphäre, in der ihre Meinung einen echten und sichtbaren Unterschied macht.

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