Mittwoch, 18. Januar 2006

2. Hamburger Ideen-Salon - Philosophische Praxis

Um der jahresendzeitlichen Besinnlichkeit im neuen Jahr etwas für unseren Geist entgegen zu setzen, hatten wir den 2. Hamburger Ideen-Salon auf den 15. Januar 2006 gelegt und noch vor Weihnachten die Einladungen verschickt. Und obwohl der Termin anscheinend noch für einige in der Ferienzeit lag, konnten wir unseren Raum in der Küchenwerkstatt fast bist an die Kapazitätsgrenze füllen: mehr als 20 Teilnehmer wollten sich durch die Idee der denkraeume inspirieren und intellektuell fordern lassen.

image Ina Schmidt stellte ihr Konzept für eine philosophische Praxis (im doppelten Sinn einer Beratung, aber auch Anwendung) in einem einstündigen Vortrag vor [Download der Vortragsfolien]. Sie wünschte sich Feedback zu ihrer Idee, Menschen zum philosophischen Denken bzw. zu einer grundlegenden philophischen Haltung anzuregen anhand von fünf zentralen Themen: das Neue, die Freiheit, die Zeit, die Angst und die Entscheidung. Zu ihnen hat jeder einen unmittelbaren Bezug in seinem Leben, sie sind über die Jahrtausende immer wieder Gegenstand des philosophischen Diskurses gewesen - also stellen sie einen sehr geeigneten Ausgangspunkt für den Weg in die Welt der Philosophie dar. Relevanz für das tägliche Leben statt Elfenbeintum und Unverständlichkeit: so könnte Philosophie zur Anwendung bei jedem Interessierten gebracht werden.

image Bei Kaffee und Kuchen nahmen die Teilnehmer die Herausforderung an ihren kritischen Geist an und setzten sich über knapp zwei Stunden in einem intensiven Dialog mit den denkraeumen auseinander. Zur Diskussion standen vor allem, die zu überwindende "Schwellenangst" vor dem Thema "Philosophie", die es den denkraeumen womöglich schwer machen könnte, Interesse zu wecken. Und es wurde immer wieder die Frage nach der Motivation aufgeworfen: Warum sollte sich an eine philosophische Praxis wenden angesichts einer Vielzahl anderer Angebote wie Coaching, Psychotherapie, Religion usw.

Neben dem allgemein großen Interesse und einer grundsätzlich sehr positiven Haltung der Teilnehmer gegenüber den denkraeumen konnte Ina Schmidt also sehr imagewertvolles Feedback für die Verfeinerung ihres Konzeptes mitnehmen. Der von den Teilnehmern immer wieder aufgeworfenen Begriff "Nutzen" wollte ihr zwar so gar nicht schmecken - aber letztlich war auch das nur einer von vielen gewünschten Hinweisen darauf, wie mögliche Zielgruppen das Konzept bewerten könnten.

Einen Ausklang fand der Ideen-Salon leider wieder nicht mit dem geplanten Spaziergang. Aber es war einfach schon zu dunkel, als nach knapp drei Stunden der Gedankenaustausch in der großen Runde zu einem Ende kommen musste. Stattdessen ließen die Teilnehmer den Ideen-Salon wieder in persönlichen Gesprächen und Diskussionen in kleinem Kreis mit der Ideeninhaberin ausklingen.

Die Auswertung des Feedbacks für den Ideen-Salon ergab eine Durchschnittsnote von 1,8, mit der wir sehr zufrieden sind. Vielen Dank!

Wie immer gibt es aber auch noch Potenzial für Verbesserungen: eine professionellere "Leinwand" muss her und die Diskussion sollte - so der Wunsch einiger Teilnehmer - doch noch ein wenig mehr moderiert werden. Für den 3. Ideen-Salon gibt es also noch einiges zu tun...

Leseempfehlungen von Ina Schmidt zur Sichtweise der denkraeume auf die Philosphie: