Mittwoch, 14. Juni 2006

3. Hamburger Ideen-Salon - Pro & Contra

Wo andere Alternativprogramme zur WM wie "WM for the Girls" (Pro7) aufsetzen müssen, da vertraut der Hamburger Ideen-Salon auf Altbewährtes, um wache Geister trotz Fußballfieber und Sonnenschein zu begeistern: interessante Idee plus schöne is0301Umgebung. Und so konnte sich der 3. Ideen-Salon am 11. Juni 2006 in der Küchenwerkstatt auch zur besten WM-Zeit um 15h nicht über mangelnden Zuspruch beklagen: Mit 15 - sogar aus Bremen und Berlin angereisten! - Teilnehmern war die Diskussionsrunde gut besetzt. Und Bilderbuchsommerwetter wie lichte Jahreszeit haben dazu animiert, die Gespräche drinnen und draußen sowie in der Gruppe und im kleinen Kreis über drei Stunden voller Energie zu halten.

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Ralf Westphal trug seine Idee einer gesellschaftspolitischen Publikation vor, die es Menschen ermöglichen soll, sich bei Bedarf schnell und auf den Punkt über kontrovers diskutierte Themen zu informieren. Sein Vortrag am Flipchart dauerte 45 Minuten und führte die Teilnehmer von einer imaginierten Problemsituation über allgemeine Fragen zum Informationserwerb in der heutigen is0305Welt bis zu konkreten Eigenschaften eines möglichen neuen Zeitschriftenproduktes, das helfen könnte, die geschilderte Problemsituation zu entschärfen. Am Ende des Vortrags standen für Ralf jedoch mehr Fragen als Antworten.

An die Ideenvorstellung schloss sich dieses Mal allerdings nicht nahtlos die Diskussion an, stattdessen konnten die Teilnehmer in einer kurzen Pause das Thema einsinken lassen und leckeren Kuchen bestellen. Der Ideen-Salon hatte aufgrund vergangenen Feedbacks dieses Mal keinen all inclusive Eintrittspreis mit Buffetverköstigung erhoben, sondern nur um 5 EUR zur Deckung der Raumkosten gebeten.

Nach der kurzen Verschnaufpause, die einige auch schon zum Plausch in der Sonne auf dem Balkon genutzt hatten, ging es dann aber mit unverminderter Intensität in die Diskussion der vorgestellten Idee - die erst nach knapp 2 Stunden und vielen prall gefüllten Flipchartblättern mit Anregungen und Kritik endete, als die Küchenwerkstatt schließen wollte.

is0302Für die Teilnehmer waren die Flipchartnotizen von Ralf zwar nicht immer eindeutig zu entziffern, aber er äußerte große Zufriedenheit über das Ergebnis. In wenigen Stunden hatte er im Ideen-Salon Feedback zu seiner Idee bekommen, das weit über die Anregungen hinausgeht, die er bis dahin in Einzelgesprächem im Freundeskreis hatte sammeln können. Sein Fazit: Ein Ideen-Salon, wie er sein sollte.

Aber auch die Teilnehmer äußerten sich einhellig positiv und waren zufrieden, nicht den WM-Einflüsterungen oder sonnigen Alsterattraktionen gefolgt zu sein.

Mittwoch, 18. Januar 2006

2. Hamburger Ideen-Salon - Philosophische Praxis

Um der jahresendzeitlichen Besinnlichkeit im neuen Jahr etwas für unseren Geist entgegen zu setzen, hatten wir den 2. Hamburger Ideen-Salon auf den 15. Januar 2006 gelegt und noch vor Weihnachten die Einladungen verschickt. Und obwohl der Termin anscheinend noch für einige in der Ferienzeit lag, konnten wir unseren Raum in der Küchenwerkstatt fast bist an die Kapazitätsgrenze füllen: mehr als 20 Teilnehmer wollten sich durch die Idee der denkraeume inspirieren und intellektuell fordern lassen.

image Ina Schmidt stellte ihr Konzept für eine philosophische Praxis (im doppelten Sinn einer Beratung, aber auch Anwendung) in einem einstündigen Vortrag vor [Download der Vortragsfolien]. Sie wünschte sich Feedback zu ihrer Idee, Menschen zum philosophischen Denken bzw. zu einer grundlegenden philophischen Haltung anzuregen anhand von fünf zentralen Themen: das Neue, die Freiheit, die Zeit, die Angst und die Entscheidung. Zu ihnen hat jeder einen unmittelbaren Bezug in seinem Leben, sie sind über die Jahrtausende immer wieder Gegenstand des philosophischen Diskurses gewesen - also stellen sie einen sehr geeigneten Ausgangspunkt für den Weg in die Welt der Philosophie dar. Relevanz für das tägliche Leben statt Elfenbeintum und Unverständlichkeit: so könnte Philosophie zur Anwendung bei jedem Interessierten gebracht werden.

image Bei Kaffee und Kuchen nahmen die Teilnehmer die Herausforderung an ihren kritischen Geist an und setzten sich über knapp zwei Stunden in einem intensiven Dialog mit den denkraeumen auseinander. Zur Diskussion standen vor allem, die zu überwindende "Schwellenangst" vor dem Thema "Philosophie", die es den denkraeumen womöglich schwer machen könnte, Interesse zu wecken. Und es wurde immer wieder die Frage nach der Motivation aufgeworfen: Warum sollte sich an eine philosophische Praxis wenden angesichts einer Vielzahl anderer Angebote wie Coaching, Psychotherapie, Religion usw.

Neben dem allgemein großen Interesse und einer grundsätzlich sehr positiven Haltung der Teilnehmer gegenüber den denkraeumen konnte Ina Schmidt also sehr imagewertvolles Feedback für die Verfeinerung ihres Konzeptes mitnehmen. Der von den Teilnehmern immer wieder aufgeworfenen Begriff "Nutzen" wollte ihr zwar so gar nicht schmecken - aber letztlich war auch das nur einer von vielen gewünschten Hinweisen darauf, wie mögliche Zielgruppen das Konzept bewerten könnten.

Einen Ausklang fand der Ideen-Salon leider wieder nicht mit dem geplanten Spaziergang. Aber es war einfach schon zu dunkel, als nach knapp drei Stunden der Gedankenaustausch in der großen Runde zu einem Ende kommen musste. Stattdessen ließen die Teilnehmer den Ideen-Salon wieder in persönlichen Gesprächen und Diskussionen in kleinem Kreis mit der Ideeninhaberin ausklingen.

Die Auswertung des Feedbacks für den Ideen-Salon ergab eine Durchschnittsnote von 1,8, mit der wir sehr zufrieden sind. Vielen Dank!

Wie immer gibt es aber auch noch Potenzial für Verbesserungen: eine professionellere "Leinwand" muss her und die Diskussion sollte - so der Wunsch einiger Teilnehmer - doch noch ein wenig mehr moderiert werden. Für den 3. Ideen-Salon gibt es also noch einiges zu tun...

Leseempfehlungen von Ina Schmidt zur Sichtweise der denkraeume auf die Philosphie: