Mittwoch, 25. August 2010

Termin des 11. Ideen-Salons: 22. Oktober 2010

Moritz Schott will nicht mehr. Er möchte nicht mehr ständig auf der Suche sein. Er will finden.

image Seine Interessen sind vielfältig. Deshalb verbringt er immer wieder Zeit damit herauszufinden, ob es Angebote gibt, die ihn interessieren. Das könnte die Wiederholung eines alten Films im Kino sein; das könnte eine Theateraufführung mit seinem Lieblingsschauspieler sein; das könnte aber auch ein bestimmtes Buch zu einem bestimmten Maximalpreis sein. Ach, es gibt soviel, nach dem man googlen oder in speziellen Suchmaschinen wie Amazon suchen kann.

Die Daten sind verfügbar – aber man muss sie sich halt zusammensuchen. Das ist umständlich, weil man es immer wieder tun muss. Das ist nervig, weil nicht alle Angebote so einfach zu prüfen sind wie die eines online Buchhändlers. Und genau darauf hat Moritz Schott nun keine Lust mehr. Deshalb hat er eine Idee. Die möchte er dem Ideen-Salon vorstellen.

Wie wäre es, wenn man nicht mehr hier und da und dort suchen müsste, sondern schlicht und einfach informiert würde, sobald es Angebote passend zu den persönlichen Interessengebieten gibt?

Moritz Schott würde sich über Feedback zu seiner Vision einer Internetdienstleistung, die Finden hilft, statt die Suche zu erleichtern, freuen. Welche Angebote könnte solch ein Dienst finden, wie müsste die Bedienung für hohe Akzeptanz aussehen, was ließe sich noch darumherum an Nutzen bieten?

Organisatorisches

Am Freitag 22. Oktober 2010 um 19:00h soll es wieder soweit sein: der Hamburger Ideen-Salon lädt ein in dieKüchenwerkstatt in Uhlenhorst, http://www.kuechenwerkstatt-hamburg.de/.

Der Eintrittspreis ist unverändert: 5 EUR sind bei der Küchenwerkstatt zusammen mit dem persönlichen Verzehr zu entrichten.

Anmeldung bitte bis 15. Oktober per Email an ralf.westphal (at) ideen-salon.de

Wir freuen uns auf einen spannenden Abend über eine mögliche Zukunft des Internets.

Montag, 28. Juni 2010

Sichtachsen legen – Ideen-Einzelberatung in Berlin

image Das Labor für Entrepreneuship in Berlin hat nun auch einen Versuch zur “Ideen-Beratung” gestartet. Das Format ist einfach:

- Ein Idee-Inhaber stellt seine Idee in 10-15 Minuten vor – das kann vor einer Umsetzung sein, aber auch danach.

- Dann stellt Prof. Günter Faltin vor, was er anders machen würde. Dazu hat er im Vorfeld eine kleine Mindmap erarbeitet:

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Die zeigt alternative “Sichtachsen”, auf denen man die Idee betrachten kann.

Das ganze dauert ca. 30 Minuten.

Eine hübsche Idee. Von Prof. Faltin persönlich beraten zu werden, empfinden die Ideen-Inhaber sicherlich auch als gewisse Adelung ihrer Idee.

Allerdings ist fraglich, ob dieses Verfahren – die “Sichtachsen-Technik” - bzw. das Setting, in dem das Verfahren angewandt wird, den Ideen-Inhabern wirklich etwas bringt.

Zum einen äußert nur ein Außenstehender seine Sichtweise auf die Idee.

Zum anderen ist das Verhältnis zwischen Ideen-Inhaber und Berater Prof. Faltin augenscheinlich nicht symmetrisch. In den bisher erschienenen Beratungen ist der Ideen-Inhaber andächtig still während der “Belehrung”. Und auch naher will keine echte/lebhafte Diskussion aufkommen. Denn undiskutiert sollten die Vorschläge auch eines Prof. Faltin nicht akzeptiert werden. In Bezug auf die Ideen ist er immerhin der Laie.

Der Gedanke einer “Ideen-Beratung”, für den auch der Ideen-Salon steht, scheint trotz Mindmap-Unterstützung also nicht ganz “erblühen zu können”. Schade. Aber vielleicht kann das Labor weiter experimentieren und findet den Weg zu einer breitbandigeren Ideen-Förderung.

Bisher erschienene Beratungen

Freitag, 6. November 2009

Das war der 10. Ideen-Salon: Change City

Am 14.10.2009 war der Ideen-Salon zum Thema “Change City” gefüllt. Auch nach kurzfristiger Absage einiger avisierter Teilnehmer gelang eine anregende Diskussion um Stella Loewenbergs Idee einer Stadt der Zukunft.

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Anders als bisher wollen wir dieses Mal jedoch nicht unseren Eindruck vom Ideen-Salon wiedergeben, sondern Stella selbst zu Wort kommen lassen. Sie war Ideen-Inhaberin und sollte Nutzen aus dem Abend für ihre Idee ziehen. Ist das gelungen? Hat sich die Präsentation für sie gelohnt? Hier ist Stellas Sicht:

Die Idee einer “Change City” im Ideen-Salon vorgestellt - und jetzt?

“Die Ausgangsfrage, die mich im Vorfeld beschäftigte war: Kann ich die umfassende Idee einer sich stetig wandelnden Stadt überhaupt im Format Ideen-Salon vorstellen, insbesondere, wo es genau darum geht: Wie kann ich „Change City“ präsentieren?

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Nach allen Überlegungen, allem Für & Wider, entschied ich mich für die „nackte“ - also verbale Vorstellung und nutzte die zur Verfügung stehende Zeit, um die Idee möglichst fassbar zu machen. Gefühlt habe ich darin ca. 1% des Projektes umrissen.

Es war mir klar, daß dieses Thema polarisiert und grundsätzliche Fragen aufwirft. In diesem Spannungsfeld war das Feedback im Anschluss wertvoll: Es wurden Aspekte ins Licht gestellt, die es verdienen, noch einmal oder überhaupt beleuchtet zu werden.

Über die lange Tafel empfand ich den direkten Dialog seltsam distanziert - andererseits hatte das etwas disziplinierendes. [Nach der eröffnenden Präsentation durch Stella haben wir eine Speisetafel aufgebaut, um den Teilnehmern Gelegenheit zu geben, nicht nur ihren Wissenshunger zu stilen.]

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Mit großer Ruhe und Bedachtheit wurden Meinungen geäußert, die ich in ihrer Qualität und Vielfalt sehr schätze. Engagiert - auch durchaus emotional - wurde in den Raum gegeben, was an Gedanken, an Resonanz entstanden ist; das bleibt nicht nur intellektuell hängen sondern wirkt in die Tiefe und ist wertvoll.

Natürlich entsteht und bleibt bei mir der Wunsch, die Idee weiter zu diskutieren, Menschen zu finden, die als Sparringspartner agieren - auch den Prozess über einen längeren Zeitraum verfolgen oder begleiten.

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Mit „vollen Taschen“ bin ich aus dem Abend heimgekehrt an den „einsamen“ Schreibtisch, wo sich Berge von Material auftürmen. Was ich suche, ist die Auseinandersetzung. Wo also stehe ich nach dem Ideen-Salon?

Für mich ist nicht nur wichtig, wie die Idee vom Inhalt her aufgenommen wird; wesentlich ist auch, wie die Idee und eben auch die Art der Präsentation auf Menschen wirkt. Dafür habe ich sehr viel Anregung bekommen, die mir weiter hilft. Ich verstehe mich als Visionärin - wie wichtig es ist, die eigene Rolle wirklich bewußt zu definieren, wie das auf die Darstellung und Umsetzung der Idee einwirkt - auch das wurde noch einmal sehr klar.

Neue Fragen sind entstanden: Wie kann der Spagat zwischen der eigenen Vorstellung und der Integration Anderer, die sich einbringen möchten mit ihren eigenen kreativen Welten, gelingen? Wie kann der Spagat zwischen Sich-selbst-treu-bleiben und Anderen-Gestaltungsraum-geben gelingen? Muß er überhaupt gelingen? Oder schleife ich allein einen Kristall und werfe ihn dann auf irgendeinen Büchertisch? Wie also weiter? Wo weiter?

Ich dachte, ich müßte mich mit der Präsentation des Projektes als nächstes befassen. Jetzt sieht es eher so aus, als ginge es um mich, meine Rolle, die ich einnehmen will oder eingenommen habe. - Wie wichtig ist es, wie und wo andere mich sehen? - Oder spielt vor allem eine Rolle, was ich zum Ausdruck bringen will?

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Alle weiterführenden Vorschläge treffen auf Resonanz, bestätigen mögliche Wege: ein Buch schreiben, ein Spiel entwickeln, eine Website gestalten – das sind die wesentlichen Vorschläge; alles ist im Anfangsstadium vorhanden und kann fortgeführt werden; ein Prozess.

Sehe ich mich als Beraterin von Stadtentwicklern und Kommunen, als Vernetzerin anderer Visionäre und Projekte? Nein, Freunde, ich denke doch, ich will raus aus der Kammer, weg vom Schreibtisch, vom Tastenklappern am PC. Ich will mit Gummistiefeln über die Baustelle gehen - und wenn ich hundertzwanzig Jahre alt werden muß, bis ich das erlebe - aber ich werde es erleben. Und auf dem Weg dahin, werde ich ein Buch schreiben, ein Spiel entwickeln, eine Website gestalten, und vor allem eines tun: weiter mit Menschen reden und nicht müde werden. Denn auch wenn das mögliche zu erreichende Ziel sehr weit weg ist: die Vision ist der Flecken im ALL (in dem VIELen), auf den ich mich ausrichte - und vielleicht ändert das schon einiges: nämlich die vielen kleinen Schritte, die ich jeden Tag gehe, um dem Ziel näher zu kommen. Das Beste aber ist, es bringt mich immer wieder in Kontakt mit einer Kraft, die ich sonst nirgends in diesem Maße finde - Schöpferkraft. „Bin ich Gott? - Ja. Wie jeder.“

Der Ideen-Salon hat mir viele Fragen geschenkt, auf die ich die Antworten erst noch finde. Aber vor allem gehe ich gestärkt und innerlich sicher über meine Vision meinen Weg weiter.

Danke an alle, die sich ZeitRaum genommen und Aufmerksamkeit & Ideen geschenkt haben!

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PS: Inzwischen konnte ich einen Teil des Feedbacks umsetzen: am 27.10.09 bei nextHamburg Session No.2 091025_ iS / Change City / brain dump arbeitete ich mit an der Idee, den Tele-Michel (Heinrich-Hertz-Turm) wieder zu beleben - die Idee lag zu Beginn der Session auf dem 12. Platz. Bei der Auswertung der Arbeitsgruppe nach Voting lag sie auf Platz 2.

Ich habe niemanden beraten, aber ich habe eine Plattform vorgefunden, wo ich meine Kompetenz und meine Kreativität zum Thema Stadtentwicklung / Stadtveränderung direkt hier für Hamburg einbringen konnte. „Du veränderst Deine Stadt!“ - schaut mal rein in den YouTube-Kanal von nextHamburg und das Flickr-Album der nextHamburg Session.”

Nach dem Ideen-Salon

Vielen Dank, Stella, für dein positives Resümee des Ideen-Salons. Dir hat er etwas gebracht – und die Teilnehmer fanden sich auch bereichert, wie die Feedbackauswertung ergeben hat. Viel Erfolg für deine weitere Arbeit an der “Change City”.

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Nach dem Ideen-Salon ist natürlich vor dem Ideen-Salon. Der nächste ist grob für Januar/Februar 2010 geplant. Die Einladung erfolgt wieder per Email.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Ideen diskutieren online

Jetzt ist es soweit: Der Ideen-Salon lädt ein zur online Diskussion.

Ob Ideen vergangener Salon-Abende oder zukünftiger, ob Fragen, Einwände, Hinweise: all das ist nun in bekannt wohlwollend kritischer Manier erwünscht und möglich in unserer Google Diskussionsgruppe:


Einfach bei Google anmelden - das kostet nichts - und mitmachen.

Wir freuen uns auf eure Beiträge!

Ralf & Oliver

Montag, 7. September 2009

Termin des 10. Ideen-Salons: 14. Oktober 2009

imageStella Loewenberg hat einen Traum. In dem gibt es einen Ort, wo Freizeit und Arbeit, Leben und Produktion, Jung und Alt, Natur und Technologie ganz natürlich beieinander-, miteinander und füreinander sind.

“Change City” nennt sie diesen traumhaften Ort. Damit ist jedoch kein modernes Utopia gemeint, also keine ferne Welt, der es zwar besser gehen mag, die aber im Grunde unerreichbar ist. Stella Loewenberg träumt auch keinen Öko- oder Eso-Traum. Ihr geht es vielmehr um die handfeste Integration dessen, was hier und heute möglich ist.

Gesundes Wohnen mit Komfort, nachhaltige Mobilität, bedürfnisgerechte Arbeitsumgebungen, Vielfalt ohne Raubbau, Energie ohne Umweltbelastung… das und vieles mehr ist machbar, wird allerdings nicht konsequent realisiert.

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“Change City” soll das ändern; der Name ist Programm. Der Ort aus Stellas Traum soll zeigen, dass Veränderung möglich ist. Er ist ein Beispiel, das Schule machen soll. Ein erster Schritt aus vielen eingefahrenen, scheinbar unveränderlichen Wegen.

Damit dieser Traum aber kein Traum bleibt, sucht Stella Loewenberg nun Feedback und Anregungen. Wie kann sich der Traum manifestieren? Wie den Traum einem größeren Publikum “verkaufen”, ohne die praktische Umsetzung zwischen den Fronten ideologischer Diskussionen oder finanzieller Interessen zerrieben zu sehen? Welche Veränderungen hin zu einer ersten “Change City” zuerst angehen, um mit kleinen Erfolgen Appetit auf mehr zu machen?

image Stella Loewenberg ist selbst Saloniere des Salon Art, hat sich aber den Ideen-Salon als Diskussionsforum für ihren Traum, ihre Idee von der “Change City” gesucht. Sie schätzt als bisherige Teilnehmerin des Ideen-Salons sein kreatives und klares Feedback.

Organisatorisches

Am Mittwoch 14. Oktober 2009 um 19:30h soll es wieder soweit sein: der Hamburger Ideen-Salon lädt ein in die Küchenwerkstatt in Uhlenhorst, http://www.kuechenwerkstatt-hamburg.de/.

Der Eintrittspreis ist unverändert: 5 EUR sind bei der Küchenwerkstatt zusammen mit dem persönlichen Verzehr zu entrichten.

Anmeldung bitte bis 5. Oktober per Email an info (at) ralfw.de.

Wir freuen uns auf einen spannenden Abend zum Mit-Träumen und Mit-Diskutieren.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Das war der 9. Ideen-Salon: Soziokratie

Stell dir vor, du arbeitest in einer Firma und niemand übt Macht über dich aus. Das ist eine Vorstellung, die Isabell Dierkes auf dem 9. Ideen-Salon vermittelt hat. Denn so lautet das Ziel der Soziokratie, die sie als Idee am 17.6.2009 vorgestellt hat.

image Isabell Dierkes ist Leiterin des Soziokratischen Zentrums Deutschland und suchte im Ideen-Salon nach Feedback zu ihren Darstellungen dieser Organisationsform. Ihr Interesse ist es, die Soziokratie bekannter zu machen vor allem als Alternative zu den üblichen autokratischen Strukturen in Unternehmen, Behörden oder Vereinen. Da sich eingefahrene Strukturen jedoch nur schwer verändern lassen (wollen), steht die Soziokratie vor der Herausforderung, sich vielen verschiedenen Zielgruppen möglichst leicht verständlich zu machen und als gewinnbringend darzustellen. Das ist keine leichte Aufgabe. Weltbilder, Terminologien, Verständnisse aktueller Zusammenhänge, persönliche Interessen und Rollenverständnisse rund um das Thema Organisationsführung und -entwicklung sind breit gefächert.

image Nach 45 Minuten theoretischer Einführung in die Soziokratie anhand einiger Grafiken am Flipchart wechselte Isabell Dierkes daher auch die Methode: statt Präsentation und Diskussion stand Lernen durch Erfahrung auf dem Programm. Um den soziokratischen Führungsprozes zumindest zu einem Teil erlebbar zu machen, hatte sie ein Spiel mitgebracht.

Die zentrale Form in einer soziokratisch geführten Organisation ist ein Kreis, d.h. "eine Runde von gleichberechtigten Menschen", die Grundsatzentscheidungen treffen. Sie definieren den Rahmen für das Tagesgeschäft.

Um auch größere Organisationen in dieser Weise "handhabbar" zu machen, kann es mehrere, in einer Hierarchie verzahnte Kreise geben. Den gleichberechtigten Informationsfluss "von oben nach unten" wie aber auch "von unten nach oben" durch diese Hierarchie sichert eine doppelte Verbindung übergeordneter und untergeordneter Kreise zu. Sie schneiden sich sozusagen und die Schnittmenge bilden zwei Organisationsmitglieder, die zu beiden Kreishierarchieebenen gehören.

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Das Spiel konzentrierte sich nun auf einen solchen Kreis. Zu erfahren galt es, wie darin Entscheidungen getroffen werden. Da die Kreismitglieder gleichberechtigt sind (wie auch die Kreise untereinander), können Entscheidungen nicht einfach autokratisch getroffen werden.

Der übliche Konsens in Runden Gleichberechtigter ist laut Soziokratie allerdings auch kein geeigneter Weg. Konsens ist gewöhnlich schwer zu finden, braucht also lange Zeit, die nicht immer vorhanden ist. Und er ist am Ende selten einstimmig, so dass es wieder eine unterliegende Minderheit in einer demokratischen Abstimmung gäbe. Das ist wie ein autokratischer Beschluss unbefriedigend.

image Die Soziokratie setzt daher auf Kosent (mit "t") statt Konsens (mit "s"). Konsent bedeutet: Ein Beschluss ist von einem Kreis gefasst, wenn kein schwerwiegender Einwand mehr dagegen spricht. Schwerwiegend sind Einwände, solange sie auf eine Differenz zwischen dem, was zu beschließen ist, und dem gemeinsamen Ziel des Kreises hinweisen.

Während die Demokratie also möglichst viele Ja-Stimmen sucht, die einen Beschluss unterstützen, hält die Soziokratie nach Nein-Stimmen Ausschau. Das macht Beschlüsse effizienter und am Ende auch fairer.

image Dass das funktioniert, hat das Konsent-Spiel für alle Teilnehmer der Ideen-Salons eindrucksvoll in ca. 90 Minuten bewiesen. Zwei Gruppen bildeten dabei Wohngemeinschaften, mit dem gemeinsamen Ziel eines harmonischen Zusammenlebens. Jede Wohngemeinschaft musste nun Beschlüsse zu einigen Themen fassen, die auf der Tagesordnung ihrer soziokratischen Kreisversammlung standen. Wie soll mit dem einen Parkplatz, der der WG zur Verfügung steht, umgegangen werden? Wie soll man eine Zuwendung von 2000 EUR an die WG verwenden? Wie kann der Gemeinschaftsraum während der Fußball-WM genutzt werden? Alltägliche Fragen, zu denen jeder Teilnehmer und Spieler einen Bezug haben konnte.

Interessant war nun zu sehen, dass die üblichen Konflikte bei solchen Diskussionen nicht aufkamen. Das "Soziokratische Protokoll", nach dem ein Kreisleiter durch die Beschlussfassung führte sowie der Grundsatz des Konsents bewahrten die Spielgruppen zwar nicht in allen Fällen vor längeren Diskussionen - aber die Zufriedenheit mit den Beschlüssen war am Ende sehr hoch. Und statt lauter Streitworte war der Veranstaltungsraum von gelegentlichem Jubel erfüllt. Denn erfolgreich "konsentierte" Vorschläge sollen gefeiert werden, sagt die Soziokratie.

Um den Zweck des Ideen-Salons zu erfüllen, schloss sich an die Spielrunde noch eine ca. einstündige Diskussion an. Die Teilnehmer stellten Fragen zur Soziokratie und gaben - so wie es sein soll - wohlwollendes, aber kritisches Feedback. Spiel und Konsent wurden einhellig als sehr anregend und pragmatisch bewertet. Einige Teilnehmer wünschten sich aber natürlich noch mehr Nähe zu ihrer Unternehmenswelt.

image Die theoretischen Darstellungen zur Soziokratie hingegen erschienen noch verbesserungswürdig. Das ist sicherlich zum einen der knappen Zeit für ihre Darstellung geschuldet - zum anderen bestätigte diese Einschätzung aber auch Eindrücke, die Isabell Dierkes schon andernorts gewonnen hatte. Besonders freute sie sich daher, dass aus dem Teilnehmerkreis sogleich Anregungen für Darstellungsalternativen kamen.

Auch wenn es noch viel zu besprechen gegeben hätte, waren alle Beteiligte nach vier Stunden so voll mit Eindrücken, dass der 9. Ideen-Salon mit einem quasi idealen Ergebnis geschlossen werden konnte: Die Teilnehmer fühlten sich nicht nur angeregt und mit ihrem Feedback wertgeschätzt, sondern durch das Konsent-Spiel auch gut unterhalten. Und Isabell Dierkes konnte einen Stapel Feedbackbögen und Notizen mit vielen Anregungen ihrem Reisegepäck hinzufügen.

Als Ideen-Salon-Organisatoren freuen wir uns besonders, dass der Abend so effektiv verlaufen ist, denn im Vorfeld gab es bedenken, ob sich der Methodenwechsel vor dem Hintergrund eines umfangreichen Themas für alle angenehm und auch nützlich umsetzen ließe. Mit ein wenig mehr Blick auf die Uhr als gewöhnlich war das dann aber kein Problem.

Und wir freuen uns, bei diesem Ideen-Salon eine ganze Reihe Teilnehmer begrüßt zu haben, die das erste Mal dabei waren. Vielen Dank insbesondere an sie für ihr positives Feedback zum Ideen-Salon.

Mehr Informationen zur Soziokratie

Wer sich jetzt weiter über die Soziokratie informieren möchte, der kann das durch Lesen oder Teilnehmen tun:

Donnerstag, 16. April 2009

Termin des 9. Ideen-Salons: 17. Juni 2009

Wer sich in der Krise glaubt, der wird sehr vorsichtig. Jede Entscheidung muss dann sitzen. Aber wie können Unternehmen und andere Organisationen am besten Entscheidungen treffen, die imagesitzen? Das ist auch keine Frage, die sich nur in der Krise stellt. Ganz allgemein lautet die Herausforderung für viele Organisationen heute, sicher in zunehmend komplexen Gewässern zu navigieren. Wie tut man das aber am besten?

Darum geht es im 9. Ideen-Salon: um die Führung von Organisationen. Denn Führung entscheidet über den Kurs und die fundamentalen Maßnahmen in seinem Sinn. Sie setzt Ziele, Grundsätze, Politik der Organisation fest.

Das tut sie heute. Selbstverständlich. Aber tut sie es gut? Ist Führung heute - vom Tischlermeister als Unternehmensinhaber bis zum CEO eines Weltkonzerns - so gut, wie sie sein könnte oder müsste sie angesichts des "schweren Wetters", in dem sie den Kurs bestimmen muss, anders laufen?

image Isabell Dierkes, Leiterin des Soziokratischen Zentrums D-A-CH, meint, ja. Führung sollte heute in vielen Fällen anders aussehen. Führung sollte weniger autokratisch sein: einer sagt an, die anderen spuren. Führung sollte aber auch nicht einfach demokratisch sein: die Mehrheit sagt an, die Minderheit muss sich fügen. Stattdessen schlägt sie vor, Führung soziokratisch zu organisieren.

Was es damit auf sich hat, erläutert sie im Ideen-Salon live. Wer bis dahin allerdings nicht warten möchte, kann in der Literaturliste des Soziokratischen Zentrums stöbern oder einen Artikel zum Thema in der brand eins lesen. Auch Google hilft gern.

Isabell Dierkes stellt die Soziokratie natürlich nicht vor, um sie einfach mal vorzustellen. Der Ideen-Salon ist selbstverständlich weiterhin seinem Motto "Idee - Wort - Tat" verpflichtet. Isabell Dierkes hat vielmehr Fragen an die Ideen-Salon Teilnehmer in Bezug auf die Selbstdarstellung der Soziokratie und Wege, sie bekannter zu machen. Sie sucht also Feedback, um ihre "Taten" im Rahmen des Soziokratischen Zentrums zu optimieren.

Um dieses Feedback zu befördern, hat der Ideen-Salon dieses Mal sogar ein besonderes Format: ein Vortragsteil am Anfang wird nur recht kurz sein. Der Schwerpunkt der Informations-vermittlung liegt didaktisch modern auf imagedem Erlebnis von Soziokratie oder zumindest eines Teiles von ihr. Isabell Dierkes wird mit den Teilnehmern ein Spiel veranstalten, in dem sie den soziokratischen Entscheidungsprozess erlebbar macht.

Aus diesem Grund ist die Teilnehmerzahl auch auf 21 begrenzt. Maximal 3 Spielgruppen à 7 Spieler können parallel spielen. Frühe Anmeldung zum Ideen-Salon sichert also wieder einmal gute Plätze ;-)

Nach dem Spiel ist dann die Zeit für´s Feedback und die ausführliche Diskussion gekommen.

Organisatorisches

Der Ort ist unverändert: die Küchenwerkstatt in Uhlenhorst, http://www.kuechenwerkstatt-hamburg.de/.

Die Zeit: Mittwoch 17. Juni 2009, 19:00 Uhr - weil wir für das Spiel etwas Puffer brauchen.

Der Eintrittspreis ist ebenfalls unverändert: 5 EUR - bei der Küchenwerkstatt zusammen mit dem persönlichen Verzehr zu entrichten.

Anmeldung bitte bis 7.6. per Email an info (at) ralfw.de.

Wir freuen uns auf einen spannenden Abend mit Informationen und Spielspaß.